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Jul 06

Piratenpartei

Immer diese Piraten! Die Piraten haben innerhalb kürzester Zeit die politische Landschaft geradezu auf den Kopf gestellt. Denn noch ist es für die meisten Beobachter unklar, wofür die Piratenpartei eigentlich im Kern steht.

Die Piraten haben ihre Wurzeln in gesellschaftlichen Protesten, konkret in der Umwelt-, der Friedens- und der Frauenbewegung. Sie wurden zu Beginn als Protest- und Spaßpartei betrachtet und von den Politikern der etablierten Parteien belächelt. Die Piraten sind Alternative zu den etablierten Parteien. Etablierten Parteien werden von jungen Menschen oft als Machtapparate wehrgenommen. Die Piratenpartei hat im Vergleich zu den etablierten Parteien ein anderes Menschenbild und eine andere Vorstellung von Politik. Eine Partei ist in diesem Modell nicht dazu da, die vorpolitischen Meinungen der Bürger zu sammeln und stellvertretend in die parlamentarische Demokratie zu überbringen. Stattdessen gehen die Piraten von qualifizierten Bürgern aus, die sich direkt in die politischen Prozesse einmischen. Die Piratenpartei ist derzeit mehr eine Plattform als ein Programm und  mehr ein Prozess als eine Position.

Wegen dieses völlig anderen Politikstils bieten die Vertreter der Piratenpartei Angriffsfläche, die routiniertere Politiker ausnutzen: Die Piraten haben noch keine Position, die etablierten Parteien finden das unmöglich bis unverantwortlich und präsentieren Zahlen und Lösungen zum Hype der Woche.

Piraten sind ungeduldig, da viele junge Menschen in ihrem Leben ein anderes Tempo gewohnt sind. Sie wollen dieses Tempo zumindest teilweise auf die Politik übertragen. Dagegen ist in anderen Parteien das Politikmachen ein Prozess, der viel über persönliche Kontakte und regelmäßige Treffen stattfindet und viel Zeit beansprucht. Die Piraten wollen die ihnen bekannten Tools, die technisch verfügbar sind, für die Politik einsetzen, um mehr Menschen als bisher für Politik zu begeistern.

Die Piratenpartei ist keine klassische Protestpartei. Eine klassische Protestpartei hat radikalere Positionen, bis hin zur Ablehnung des politischen Systems. Den Piraten fehlen allerdings bisher sogar in vielen Politikfeldern Standpunkte. Wo es welche gibt, existieren oftmals Schnittstellen zu etablierten Parteien. Einzelne Positionen mögen als radikal gelten, in ihrer Gesamtheit ist die Piratenpartei aber eine moderate Partei. Sie wird nicht aus Protest gegen Politik gewählt, sondern als Alternative zu der Form, in der Parteien derzeit Politik machen.

Die Piratenpartei  erfreut sich wachsendem Erfolg und zunehmender politischer Verantwortung  und  es steht fest, dass die Piraten künftig für ordentlichen Wirbel in der politischen Parteienlandschaft sorgen werden.

1 Kommentar

  1. Volkmar

    Sorry, aber das ist ziemlicher Blödsinn. Die Wurzeln der Piraten liegen ganz sicher nicht in der Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung. Einfach mal nachlesen, z.B. hier http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Deutschland und hier: http://www.piratenpolitik.com/47.html , und das das nächste Mal bitte, bevor man so einen Unsinn schreibt.

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